Ein selbstausbau von Siegfried und Rita Printing
Am 22.07.04 um 045 Uhr auf der A1 kurz vor Bremen hatte diese Geschichte ihren Anfang gefunden.
Meine Familie und ich waren auf dem Weg in den Urlaub als plötzlich vorne links am Zugfahrzeug ein Reifen platzte. Das Gespann fing sofort heftig an zu schlingern und kurz darauf überschlug sich das Zugfahrzeug mit dem Resultat, uns vier die wir im Auto saßen ist nichts passiert und der Wagen samt Wohnwagen waren Schrott.


Unsere Kinder, zu dem Zeitpunkt 11 und 14 Jahre alt hatten hinten im Wohnwagen über der Rundsitzkruppe ihre Ablageschränke für Spiele aller Art wie zum Beispiel Karten- und Brett-Spiele, Malsachen mit Stifte und vieles mehr. Unsereins hatte natürlich auch noch seinen Kleinkram in den Schränken, halt was Camper so alles mitschleppen müssen.


Was ich damit sagen will, durch den Aufprall haben sich die Schränke geöffnet und aus der vorherigen Ordnung war jetzt ein heilloses Durcheinander geworden. Ich war ja schon froh, dass der Wohnwagen heil geblieben ist und nicht wie sonst üblich die gesamte Inneneinrichtung nebst Klamotten und Geschirr quer über die ganze Autobahn verteilt war. Am nächsten Tag habe ich die Versicherung angerufen und mit dem Sachverständigen einen Termin gemacht. Meine Werkstatt hatte sich am Donnerstag unser Zugfahrzeug angesehen und uns gleich am Freitag einen Vorführwagen gebracht. Den habe ich am Samstag gekauft, beim Nachbarn einen anderen Wohnwagen geliehen und nachdem dienstags der Sachverständige alles aufgenommen hatte, sind wir zum 2. Mal in Urlaub gefahren.
Der Witz an der Sache, wir sind bis auf 10 Minuten zur selben Zeit an der Unfallstelle vorbeigefahren nur 6 Tage später.
Der restliche Urlaub war Toll.
Ich habe mir 1978 mein erstes Wohnmobil gebaut MB 208 Benziner hat gesoffen wie ein LOCH (zwischen 25 und

1980 hatte ich dazugelernt und mir einen MB 207 D gekauft um ihn wieder umzubauen. Durch meinen Beruf sind meine ehemalige Verlobte und ich Dezember 1987 auf den ersten Wohnwagen gekommen. 1991 der zweite und 2003 der dritte, den wollten wir eigentlich 10 oder 12 Jahre fahren aber das geht jetzt wohl nicht mehr.
Meine Frau, mein Sohn und ich sind dann 2004 zum Caravan-Salon nach Düsseldorf gefahren um uns nach einem neuen Wohnwagen umzusehen, aber alles was meiner Frau gefiel hatte zwei Achsen und war 2,50 mtr. breit. Auf dem Rückweg von der Messe lag im Oberhausener Kreuz ein Tabbert-Wohnwagen mit einem Mercedes am Haken, da war für meine Frau der Wohnwagen passe.
Wohnmobil „Ja“ Wohnwagen „nicht mehr“
Ich hatte den Wohnwagen noch nicht verkauft unter der Prämisse, im Wagen waren alle Möbel heil geblieben nur außen war alles hin. Der Zugkopf war bei dem Unfall abgerissen, die Auflaufbremse bzw. die Hauptwelle hinter dem Zugkopf war verbogen, der Hauptrahmen war verbogen, alle vier Wände waren kaputt.
Aber was so´n richtiger Camper iss der fängt erst mal an.
Es wurde gemessen, gezeichnet, geplant und die ersten Entwürfe sehen nicht gerade schlecht aus. Mann sieht zumindest was es werden könnte bzw. das ich Spaß an kniffeligen Arbeiten habe.
Der Grundstein war gelegt.


Auf der IAA
Im Februar 05 stand er dann beim DAF-Händler in Bocholt.
Am Karfreitag den 25. März 05 als meine Mitcamper die Saison eröffneten, habe ich die ersten Schrauben gelöst. Am Pfingstwochenende war der nächste Camper-Termin unsere Camperclique traf sich ich war ein gutes Stück weiter mit meinem Selbstbau/Eigenbau.






Ich brachte das Fahrgestell in der 21. KW zu meinem Fahrzeugbauer, der für mich den Rahmen für die Heckgarage tiefer gelegt hatte und gleichzeitig den Kofferbausatz zusammenbauen und montieren konnte. In der 27. KW konnte ich das Fahrzeug so wieder abholen.
Es wurde Zeit, in der Woche nach Pfingsten wurde der Kofferbausatz geliefert.
Mein erster Eindruck „Cola-LKW“ in weiß.
Rundherum war alles dicht bis auf den Durchgang vom Fahrerhaus.

ohne ein Loch nach draußen.



Der erster Eindruck meiner Frau „Selbstfahrende Pommesbude“.Ich hatte mir passend die Arbeit zu Ferienbeginn zurückgeholt.

Jetzt wurde erneut gebohrt, geschnitten, geschraubt, geklebt usw.


Den Gurtbock musste ich fertig kaufen,

5 Wochen und sehr viele Stunden später


Von außen ist er im Groben ja schon fertig


Sieht doch schon nach Wohnmobil aus.

Jetzt war die Zeit reif für den Innenausbau
So ein Wohnwagen besteht doch nur aus. Dachlatten, Styropor und viel Klebemasse!!
aber jetzt ist der Wohnwagen leer!
Wir haben uns echt Mühe gegeben bei der Raumgestaltung oder!


Für die anderen Sitzplätze durfte ich die Gurtböcke selbst bauen.So auf den ersten Blick?
Vor 5 Wochen waren es noch weiße Wände




Den Technik Verschraubung und federung

Fahrerhaus federung hinten (fest) Fahrerhaus federung vorne (fest)

Fahrerhaus & wohnmobil verschraubung
Am Freitag den 28.08.2005 10°° Uhr hatte ich beim Tüv einen Termin zur Neuabnahme.
Alles OK.
Ich habe sehr viel Spaß an solchen Arbeiten, aber wie heißt es so schön . Vor Gebrauch der Hände Gehirn einschalten und vor dem Bauen eines Wohnmobils mit dem Tüv sprechen.
Oder noch besser
Die Herren vom Tüv ständig auf dem Laufenden halten, dann haben sie den ganzen Bau miterlebt und es gibt am Tag der Neuabnahme keine böse Überraschung.
Jetzt muss ich zum Lackierer
PS.: Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich selbst von Anfang bis Ende ca. 600 Stunden geplant, gebaut und geschraubt. Was machen wenn das Womo beim Lackierer steht und der Arbeitsplatz aufgeräumt ist.

Bei der ganzen Unbauerei sind noch diverse Teile übergeblieben, da setzte ich mich gleich wieder an den PC und begann mit meinen Gedankenspielchen.
Das Wohnwagenfahrgestell hat ein 2,1 to Achs-Aggregat und dieses eignet sich sicher zum Transport eines kleinen PKW´s.
Mit dem Aufbauhersteller habe ich auch schon ein Gespräch geführt, die Arbeit für das Winterhalbjahr ist gesichert.
Nach zwei Wochen war der Lackierer fertig und ich konnte sämtliche Teile wieder anbauen.
Abzelten unser Camperclique vom 16. - 18. September 05

Durch ändern der Seitenteile passt unser Vorzelt wieder!
Meine Familie und ich meinen „Es ist uns gut gelungen!“

Fotoaufnahmen bei Nacht
Am 02.10.2005 war es dann so weit,

die Taufe fürs neue Wohnmobil stand jetzt an.
Alle die geholfen haben und die Camperclique waren geladen. Als alle eingetroffen waren übernahm Bea das Zepter „Klobürste“ und fing mit der Taufe an.
Nun, ihr lieben Leut’
Sicher wisst ihr den Grund unseres Treffens heut’.
Ihr erinnert Euch – vor einem Jahr, als der Unfall geschah!
Die Urlaubsfahrt auf der A1 kurz vor Bremen
musste plötzlich und unerwartet ein schnelles Ende nehmen,
weil am Zugfahrzeug ein Reifen platzte
und den „Printings“ einen Riesenschreck verpasste.
Mit Überschlag auf der Autobahn,
konnten sie so nun nicht mehr weiterfahr’n.
Das gesamte Gespann war nur noch Schrott,
dankend und unversehrt nach dem ersten Schock
wurden die „4“ versorgt von den gelben Engeln.
Außer dem Schrotthaufen gab’s gesundheitlich zum Glück nichts zu bemängeln.
Und nach diesem ganzen Geschehen stand für die „Printings“ fest,
ein Campingwagen ist nun nicht mehr unser Urlaubsnest.
Auch die Kinder streikten und wollten in einen Wohnwagen nicht mehr rein –
jetzt soll es nur noch ein Wohnmobil sein.
Und wer unseren Siegfried kennt,
weiß was geschieht, wenn er sich mal in einen Gedanken verrennt.
Das Resultat können wir heute hier seh’n,
ist es nicht einfach toll und wunderschön?
Heftig wurde gehämmert und geschraubt,
und dabei ihm auch so mancher Nerv geraubt.
Nach langen Nächten und einer Stundenzahl von 600,
ist man doch schließlich ganz verwundert,
was sich aus einem ganz normalen Truck so alles machen lässt,
wo selbst der TÜV stellte keine Mängel fest.
Sicher seid ihr nun alle gespannt,
wie das gelungene Wohnmobil wohl wird genannt.
Auf dass Gott Euch stets vor Schaden und Unfällen bewahrt -
wir wünschen Euch mit
Ri-Si-Pri
„Allzeit Gute Fahrt“!
So taufen wir nun auf den Namen Ri-Si-Pri, denn die Besitzer sind glücklich und stolz wie nie!

Ri-Si-Pri Rita & Siegfried Printing
Hiermit endet diese Selbstausbau Geschichte,